Private Pakete im Büro: erlaubt oder nicht erlaubt?

 

Noch schnell eine Geburtstagsüberraschung für den besten Freund bestellen? Und die Weihnachtsgeschenke für die Familie gleich mit ordern? Warum nicht! Ach was solls, die limitierten Lieblings-Sneaker auch gleich noch zum Warenkorb hinzufügen. Aus einem Paket werden schnell mal drei, vier, fünf… Doch wohin all die Pakete schicken lassen, wenn die normalen Lieferzeiten mit den Arbeitszeiten kollidieren? Die Lösung: Private Pakete ins Büro liefern lassen. Klingt super, aber ist das eigentlich erlaubt?

Erst den Chef fragen, dann bestellen

Die Versendung von Paketen an den Arbeitsplatz ist eine Sache, da muss man den Chef fragen. 

— Rechtsanwalt Thomas Kinschewski im Interview von MDR JUMP

Generell gilt: lieber erst mit dem Arbeitgeber sprechen, bevor ihr Eure privaten Pakete ins Büro schicken lasst. Nur mit einer ausdrücklichen Erlaubnis des Chefs habt ihr das Go für Lieferungen an Euren Arbeitsplatz. Wer keine Lust hat direkt den Vorgesetzten zu fragen, findet sicher auch beim Office-Manager Antworten.

Wie kann so eine Erlaubnis aussehen? Möglich sind beispielsweise ein Aushang oder eine Rundmail mit der Genehmigung Eures Arbeitgebers.

In vielen Büros wird auch auf die stille Zustimmung des Chefs gesetzt: Mitarbeiter lassen sich die Pakete einfach in die Firma schicken und hoffen auf die Toleranz des Arbeitgebers. Werden es allerdings zu viele Pakete, kann das schnell Ärger nach sich ziehen. Die wertvolle Zeit anderer Mitarbeiter/innen geht verloren, weil sie sich um die Paketannahme kümmern müssen. Private Pakete am Arbeitsplatz sind nämlich vielerorts nur in Ordnung, solange sie nicht den natürlichen Betriebsablauf stören. Ist das der Fall, kann der Chef mit einer Abmahnung reagieren oder im Wiederholungsfall sogar mit einer Kündigung.

Wir von Packenda denken: Private Pakete am Arbeitsplatz sind eine Win-Win-Situation. Sie erleichtern Mitarbeiten den Alltag, indem sie ihnen die Wege zur Postfiliale, zum Nachbarn oder zur Packstation sparen. Und Arbeitgeber? Sie überzeugen ihre Angestellten mit ansprechenden Arbeitskonditionen. Manche nutzen die Möglichkeit, Pakete im Büro zu empfangen, sogar offensiv in ihren Stellenausschreibungen, so wie in dieser Anzeige des stern Verlags.

Rechtliche Grundlagen: Für alle, die es ganz genau wissen wollen

Rechtlich gesehen, haben Mitarbeiter/in keinen Anspruch darauf, sich Pakete ins Büro zu bestellen. Der Arbeitgeber hat nach § 106 Gewerbeordnung (GewO) das Weisungsrecht gegenüber dem Arbeitnehmer und kann damit verbindliche Entscheidungen fällen, die die Ordnung im Betrieb oder das Verhalten des Arbeitnehmers selbst betreffen. Darunter fällt auch unsere Paketfrage.

Fazit: Der Chef darf private Pakete im Büro verbieten oder erlauben und hat das Gesetz dabei auf seiner Seite. Bei einer Erlaubnis hat er zudem jederzeit Widerrufsrecht.

Ein Blick in die Betriebsordnung kann helfen, wenn Unklarheit herrscht. Sind private Angelegenheiten am Arbeitsplatz generell verboten, gilt das auch für den privaten Paketempfang. Wer das ändern möchte, kann sich an den Betriebsrat wenden. Dieser hat nach § 87 Absatz 1 Ziffer 1 Betriebsverfassungsgesetz das Recht mitzubestimmen.

Drei Tipps: Das ist bei  privaten Paketlieferungen im Büro zu beachten

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Tipp 1: Sollte es bei Euch im Büro erlaubt sein, eigene Pakete zu empfangen, heißt das nicht, dass ihr sie während der Arbeitszeit oder vom Dienst-PC aus im Netz bestellen dürft. Also besser genau nachlesen und absichern.

Tipp 2: Sofern Eure Chefin privaten Paketen im Büro zustimmt, ist sie verpflichtet das Briefgeheimnis zu wahren. Poststellen, die aus Sicherheitsgründen grundsätzlich jegliche Post öffnen, haben in diesem Fall ein Problem. Jede private Sendung muss entsprechend angekündigt werden. Ohne Anmeldung keine Annahme.  

Tipp 3: Lieber keine wertvollen Sachen ins Büro liefern lassen. Nehmen Eure Euer Paket an und es geht verloren, stellt sich die Frage: Wer übernimmt die Haftung? Für Eure Kollegen ergeben sich keine rechtlichen Verpflichtungen, außer ihr könnt nachweisen, dass sie grob fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt haben.

Weniger CO2 -Ausstoß durch private Paketlieferungen ins Büro

Wer sich seine Pakete an den Arbeitsplatz schicken darf und lässt, spart CO2 ein: Denn bei fast 50% aller privaten Pakete glückt die Zustellung nicht beim ersten Versuch. Oft muss der Postbote mehrmals kommen, ehe er den Empfänger zuhause antrifft. In anderen Fällen landet das Paket in einer Postfiliale oder einem Paketshop. Das alles verursacht Extra-Wege und das bedeutet Extra-CO2– Ausstoß. Die Lieferung in die Firma lohnt sich also doppelt: für Mitarbeiter und Umwelt.

Für alle, die ihren Chef noch von privaten Paketen im Büro überzeugen möchten oder seine Erlaubnis langfristig stärken möchten, gibt es Packenda. Jetzt ganz einfach alle geschäftlichen und privaten Pakete an einem Ort zentral überblicken, Paketinformationen wie Ankunftszeiten im Team teilen und Lieferungen unkompliziert koordinieren. Probiert es aus.